15,6% weniger Gäste aus der Türkei
Autor: Memet Kilic - Kategorie: Allgemein, Innen und Recht, Presse
Zu den veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts über den Rückgang der Besucher erklärt Memet Kilic, Sprecher für Migrations- und Integrationspolitik und zuständig für Visaangelegenheiten:
„Der Rückgang von türkischen Gästen um 15,6% ist ganz klar auf die restriktive Visavergabe der deutschen Botschaft in der Türkei zurückzuführen. Es ist nicht hinnehmbar, dass Touristen aus der Türkei häufig unterstellt wird, dass sie die Einreise mit einem Besuchervisum missbrauchen, um langfristig in Deutschland zu bleiben.
Erst letzte Woche musste ein türkischer Unternehmer bei der Einreise am Berliner Flughafen erfahren, dass sein zuvor erteiltes Besuchervisum ohne jegliche Begründung annulliert wurde. In letzter Zeit häufen sich die Fälle von Nichterteilung der Visa für Künstler und Sportler aus der Türkei. Auch älteren Menschen, die Ihre Kinder oder Enkel in Deutschland besuchen möchten, wird das Visum oft verwehrt. Viele Eltern können an der Hochzeitsfeier ihrer Kinder nicht teilnehmen.
Durch die geringeren Besucherzahlen aus der Türkei sind nicht nur die Interessen der Einzelnen betroffen, sondern auch die finanziellen Einnahmen der deutschen Wirtschaft.
Es ist der Beziehung zu einem bedeutenden Staat, mit dem Beitrittsverhandlungen geführt werden, nicht würdig, eine Visumspflicht beizubehalten, während vor kurzem für weitere drei Staaten die Visumspflicht aufgehoben wurde. Daher fordern wir die Bundesregierung auf, die Visumspflicht zu Besuchszwecken für türkische Staatsangehörige aufzuheben.“
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